Mittwochs-ABC: »F« (2. Staffel)

… wie Familie

Unsere Familie wurde früh auseinander gerissen. Der eine Teil lebte in der sog. DDR, meine Mutter und ich im Westen. Wir hatten Mitte der 50er Jahre, nach dem Tod meines Vaters, in den Westen “rüber gemacht”. Später kam dann meine Oma nach, nachdem ihr zweiter Mann gestorben war. Der Rest der Familie blieb im Osten. Der einzige Kontakt blieb Paketen und Briefen vorbehalten. Als dann die Mauer fiel, hatte leider keiner mehr etwas davon, da alle mittlerweile verstorben waren.

Meine ganze Familiengeschichte ist mehr als kompliziert. Vielleicht mit ein Grund, weshalb ich nie Kinder wollte. Immer dann, wenn ich jemanden nahe an mich herangelassen habe, ist er durch irgend einen Umstand wieder aus meinem Leben verschwunden. Die paar Jahre, in denen ich Familienleben gelebt habe/leben konnte, haben wohl nicht ausgereicht, mir Familie wichtig werden zu lassen.

Ach, du meine Güte. So viel wollte ich eigentlich gar nicht von mir erzählen, weil sich das alles so schrecklich traurig anhört. Ist es aber für mich nicht. Jedenfalls zum größten Teil nicht. Eigentlich gehört auch noch viel mehr dazu, um alles richtig verstehen zu können. Das würde jedoch den Rahmen dieses Blogs sprengen.

Was bedeutet Familie für euch? Habt ihr noch Familie? Wie eng ist euer Kontakt?

10 Gedanken zu „Mittwochs-ABC: »F« (2. Staffel)“

  1. Moin, Maxi,

    meine Familie ist auch sehr auseinander gerissen.
    Mutter und Bruder sind kriegsbedingt vom Osten erst in den bayerischen Wald geflüchtet. Mein Vater kam durch die Suche über das Rote Kreuz nach 3 Jahren russischer Gefangenschaft nach. Dann sind die in die Pfalz gezogen, wo ich geboren wurde. Dann sind wir in das Bergische Land (Städtedreieck Wuppertal-Solingen-Remscheid) gezogen, wo 1988 mein Vater und später 2010 meine Mutter verstarb. Mein Bruder zog 1979 nach Solingen, später hier nach Hilden. Ich habe dazwischen zwei Jahre in Süddeutschland, dann in Gummersbach, dann auch in Solingen gewohnt. Bin wegen der Eltern zurück nach Remscheid gezogen und lebte dort bis 2018. Dann Umzug nach Hilden. Meine Nichte lebt in Düsseldorf, mein Neffe in Australien nahe Brisbane.
    Die restliche Verwandtschaft ist in ganz Deutschland verstreut, die Schwester meiner Mutter wanderte 1956 nach Amerika aus, sie lebt nicht mehr, aber alle ihre Kinder, Enkel und inzwischen Urenkel. Also zusammen genommen eine bunte Mischung, oder?
    Die engste Familie ist in unregelmässigem Kontakt, mit meinem Neffen über Skype, mit den amerikanischen Verwandten über Facebook.

    Die Eltern meines Vaters habe ich nie kennengelernt, die haben den letzten Krieg nicht überlebt. Die Geschwister meines Vaters lebten in Polen, in Hannover, in Dortmund und sind inzwischen verstorben. Mit deren Nachkommen habe ich keinen Kontakt mehr.

    Ich würde auch noch einmal umziehen, das macht mir inzwischen nichts mehr aus. Habe das wohl in den Genen, diese Unruhe und dieses Immer-wieder-neu-Anfangen. Das wird nie aufhören ……

    Liebe Grüsse von Doris

    • Moin, liebe Doris,

      dann ist deine Familiengeschichte ja auch ziemlich breit gefächert. Bei mir liegt das Komplizierte daran, dass weder meine Großmutter, noch meine Mutter, noch ich blutsverwandte Geschwister hatten. Bei allen gab es nur Stiefgeschwister. Omas zweiter Mann brachte 5 Kinder mit in die Ehe und beim Lebensgefährten meiner Mutter waren es zwei Kinder. Ich habe ja nur ein Mal geheiratet und unsere Ehe blieb kinderlos. Durch die Flucht in den Westen habe ich meine Stieftanten und -onkels nie näher kennengelernt. An meinen leiblichen Vater habe ich keine Erinnerung. Dazu war ich einfach zu jung, als er starb. Genauso war es mit meinem leiblichen Opa und auch mit meinem Stiefopa. Meine Stiefschwester hat sich mit Tabletten umgebracht und mein Stiefbruder lebt(e?) in Berlin. Der Sohn meiner Stiefschwester lebt irgendwo in Deutschland. Ich habe mal versucht ihn zu finden. Leider ohne Ergebnis!
      Du siehst, alles nicht so einfach! Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, die einzige noch lebende Person in unserer Familiengeschichte zu sein.

      Alles Liebe von
      Maksi

      P.S.: meine Tastatur spinnt irgendwie. Dauernd nimmt sie Buchstaben nicht an. Wenn also irgendwo einer fehlt, nicht wundern.

  2. Hallo liebe Maksi,
    ach, wir sind so viel unterwegs gewesen. Ich komme nicht zur Ruhe.
    So ein Mann als Rentner kann ganz schön anstrengend sein.

    Geschwister habe ich keine, meine Eltern sind bereits verstorben.
    Ich habe noch eine Tante in Kiel und zwei Cousins.
    Dann natürlich meinen Sohn und meinen jetzigen Mann. Er hat noch eine Schwester. Aber das ist nicht das gleiche, wie eigene Geschwister.

    Mit viel Glück werde ich ja vielleicht irgendwann eine Omi :-), das wäre sehr schön.

    Viele liebe Grüße
    Lina

    • Danke, dass du doch noch den Weg hier hergefunden und das “F” so bereitwillig beantwortet hast.
      Es stimmt, angeheiratete oder sonst irgendwie geartete “Verwandtschaft”, die nicht aus der eigenen Linie stammt, sind nicht das gleiche und man bekommt nicht das Gefühl dafür, wie für echte Geschwister.

      Dann hoffe ich mal, dass du so bald wie möglich Oma wirst Obwohl … das würde ja u. U. noch mehr Arbeit für dich bedeuten.

      Noch einen schönen restlichen Sonntag wünscht dir
      Maksi

        • Moin, meine Liebe,

          ich weiß gar nicht, was du meinst 😇😂 Stimmt doch alles *flöööt*

          Re-Knuddelz von Maksi

  3. Familie ist das A und O
    Familie bedeutet mir sehr viel. Leider habe ich keine Großeltern mehr. Ich erinnere mich gerne zurück an sie. Es war eine tolle Zeit mit ihnen. Zu unserer Familie gehörten auch immer Tiere (Kanninchen, Hasen, Hunde und Katzen wie auch Vögel). Ich wuchs also mit Tieren auf. Daher meine große Tierliebe. Mein Opa war ein toller Zeichner und meine Oma war eine super tolle Köchin. Ach die Familienfeiern waren immer was ganz Tolles.
    Mein Opa hatte noch drei Geschwister und meine Oma hatte sogar noch 8 Geschwister. Was glaubst Du, wie groß die Feiern da immer waren?

    Es war eine tolle Zeit. Und jetzt mit eigener Familie geht es mir super. Der Junior ist ein Goldstück, auch wenn er mitunter sehr anstrengend sein kann, und der GöGa ist der Beste ever. Wir haben viel Spaß miteinander und unternehmen viel.

    Die Familie ist Gold wert. Oder?

    LG
    Sandra!

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